Navidi: „Mehr US-Lebensmittel nach Europa bedeutet bedrohlichen Verfall von Kontroll-Standards“

Donald Trump setzt Europa im Zollstreit weiter unter Druck. „Wir sehen einen Verfall der Standards – alles wird dramatisch zurückgedreht“, sagt Sandra Navidi von BeyondGlobal im Gespräch mit ntv. Ein verpasstes Abkommen hätte den Spielraum des US-Präsidenten zumindest deutlich begrenzen können.

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Geplante Einschränkung der Pestizid-Überprüfung durch EU

Bisher muss die EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) Pestizid-Wirkstoffe alle 10 bzw. 15 Jahre neu prüfen [4]. Wie wichtig das ist, zeigt der Blick zurück: Seit 2011 wurden rund 50 bis dahin erlaubte Pestizidwirkstoffe verboten. Grund waren unter anderem neue Erkenntnisse zu ihrer Giftigkeit. Hätte es keine Pflicht zur Überprüfung gegeben, wären sie wohl noch im Einsatz.   

Diesen Standard will die EU-Kommission jetzt im Hau-Ruck-Verfahren zurücksetzen. Und warum? Damit Pestizide – ganz im Sinne von Bayer, BASF & Co. – künftig schneller zugelassen werden können.   

Dabei besteht in der EU kein Mangel an Pestiziden – im Gegenteil: Regelmäßig werden bei Tests ganze Pestizid-Cocktails in Lebensmitteln gefunden. Wer zum Beispiel Weintrauben isst, kann dabei schon mal 27 verschiedene Pestizide mitessen. [5] Insekten sterben, das Grundwasser verschmutzt, die Böden leiden. Es ist das völlig falsche Signal, jetzt die Pestizid-Regelungen zu lockern – und eine Gefahr für die Umwelt und unsere Gesundheit.

Doch noch ist der Vorschlag nicht offiziell: Bitte helfen Sie mit die EU-Kommissar:innen zu überzeugen, dass die Sicherheitsregeln für Pestizide nicht abgeschwächt werden dürfen – jetzt hilft nur noch ein lauter öffentlicher Aufschrei. Unterzeichnen Sie jetzt unsere Eil-Aktion, die wir gemeinsam mit dem Umweltinstitut München gestartet haben!

– Quellen ua. Foodwatch und Euractiv / 16.12.2025 Beschlussfassung